Das notarielle Verfahren

 

Der Notar

Der Notar ist ein Organ der freiwilligen Gerichtsbarkeit. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit werden Angelegenheiten der Bürger nicht – wie in der streitigen Gerichtsbarkeit – durch Klage und Urteil, sondern durch Verträge geregelt. Jedoch müssen nicht alle Verträge beim Notar geschlossen werden – man denke nur an Miet- und Arbeitsverträge – sondern nur besonders weitreichende, die daher zwingend der notariellen Beratung und Gestaltung bedürfen.

Diese Rechtsgeschäfte sind formbedürftig, d.h. sie bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der notariellen Beurkundung. Ein ohne diese Form geschlossener Vertrag – etwa ein Ehevertrag – ist unwirksam.

In einem modernen Rechtsstaat werden viel mehr Angelegenheiten durch Verträge als durch Rechtsstreitigkeiten geregelt. Beim Rechtsstreit beharren die Parteien auf ihren gegensätzlichen Interessen – einer verliert immer. Bei einer vertraglichen Regelung bewegen sich die Beteiligten aufeinander zu und finden im vertraglichen Konsens eine Regelung, bei der keiner verliert und trotzdem alle Interessen ihren Niederschlag finden. Hierbei hilft der Notar als neutraler Berater.

Mit einem Vertrag lässt sich sowohl ein einmaliges Ereignis – wie der Kauf eines Hauses – als auch ein Zusammenwirken von Menschen bis weit in die Zukunft hinein – wie bei der Gestaltung eines Gesellschaftsvertrages oder eines Testamentes – regeln.

Ernannt wird der Notar vom Justizminister seines Landes. Dieser weist ihm einen Amtssitz im Bereich eines Amtsgerichts zu.

Der Notar unterliegt der Dienstaufsicht durch den Präsidenten seines Landgerichts und seiner Landesnotarkammer.